Marcel Funke: Vom Bezirksprinzen zum Jungschützenkönig

Rietberg-Westerwiehe. Vom Bezirksprinzen zum Jungschützenkönig: Diese steile Karriere hat Marcel Funke hingelegt – und das in einer Rekordzeit von nicht einmal drei Monaten. Beim Vogelschießen der Westerwieher Jungschützen am Sonntagabend brachte der 23-Jährige den letzten Rest des Holzadlers zu Fall.

Steile Schützenkarriere

Damit tritt Marcel Funke die Nachfolge des bisherigen Jungschützenkönigs Henning Kerkstroer an. Funke hatte bereits im Mai beim Bezirksfest in Langenberg die Würde des Bezirksprinzen errungen. Jetzt krönte er seine adelige Schützenlaufbahn mit dem Titel des Jungschützenkönigs in seinem Heimatdorf Westerwiehe.

Adler wird regelrecht zerrupft

Die Jungschützen machten es frühen Sonntagabend spannend. Man könnte auch sagen: Sie ließen den Holzadler hoch oben im Kugelfang ganz schön leiden. Denn das einst so stolze Wappentier wurde vom Nachwuchs der St.-Laurentius-Bruderschaft im wahrsten Wortsinn zerrupft.

Vom ruhmreichen Raubvogel zum schmächtigen Streichholz

Stück für Stück musste der Aar etwas von seinem hölzernen Torso abgeben. Er wurde zusehends kleiner, bis nur noch ein schmales „Streichholz“ dem Dauerbeschuss der Vereinsjugend standhielt. Kurz vor Schluss des nervenaufreibenden Wettbewerbs um die Jungschützenkönigswürde glich der Adler damit eher einem Häufchen Elend als einem Raubvogel, der seinen Feinden das Fürchten lehrt.

Mit dem 178. Schuss setzte Marcel Funke dem Angriff auf den Adler um 18.30 Uhr ein Ende. Er holte die letzten Reste des hölzernen Objekts der Begierde von der Stange – und machte sich damit zum Nachfolger von Henning Kerkstroer als Jungschützenkönig.

Als Elektriker immer unter Strom

Der frisch gebackene Nachwuchsregent ist 23 Jahre alt und arbeitet – wenn er mal gerade nicht auf Adlerjagd ist – als Elektriker bei Elektro Westhoff. Seine Königsresidenz steht an der Straße „Im Thüle“. Der Sportschütze hat mit dem Königsschuss am Sonntagabend seinem Vater Walter Funke nachgeeifert. Der war 1985 Westerwieher Jungschützenkönig – und freute sich dementsprechend riesig über den Erfolg des Juniors.

Stolze Insignienschützen

Die Insignien sicherten sich beim Vogelschießen der Jungschützen Marcel Henkenherm (Krone, 22. Schuss), Henning Kerkstroer (Apfel, 27. Schuss) und Henrik Flüteotto (Zepter, 55. Schuss). Der rechte Flügel fiel durch Jan-Lasse Benteler (95. Schuss), das linke Gegenstück durch Felix Schubert (160. Schuss). Den Schweif hatte zuvor Janik Sunder (105. Schuss) erlegt.