Rietberg-Westerwiehe. Es sind nicht nur die Beförderungen, Ehrungen und Schießauszeichnungen, die ein Schützenfest ausmachen. Der wahre Geist eines Schützenfests zeigt sich im Gemeinschaftsgefühl, im Zusammenhalt und vielleicht sogar im Licht eines alten Banns, der endlich gebrochen wurde. Genau das war zum Auftakt des Westerwieher Schützenfests am Samstagabend der Fall.
Erstes Stadtschützenkönigspaar der Vereinsgeschichte
Denn erstmals seit fast 40 Jahren hatten die St.-Laurentius-Schützen die Ehre, einem Stadtschützenkönigspaar die Aufwartung machen zu können. Den begehrten Super-Regententitel hatten sich die scheidenden Westerwieher Monarchen Nils und Monja Honerlage beim Stadtschützenkönigsschießen Anfang Juni in Neuenkirchen gesichert. Damit gelang den beiden gekrönten Häuptern, die übrigens erst seit vier Jahren Mitglieder der Schützenbruderschaft im Hühnerdorf sind, Außergewöhnliches: Denn bislang waren die Westerwieher bei dem Schießwettbewerb, der seinerzeit zum Rietberger Stadtjubiläum eingeführt wurde, stets leer ausgegangen.
Der Bann ist gebrochen
Das hat sich nun schlagartig geändert. „Der Bann ist gebrochen“, frohlockte Brudermeister Detlev Hanemann am Samstagabend während der Begrüßung der Schützen und Gäste aus dem Festplatz neben der Grundschule. Und auch wenn Nils und Monja Honerlage am Schützenfestmontag Platz für ihre Nachfolger auf dem Westerwieher Thron machen müssen: Der Stadtkönigstitel bleibt ihnen – ebenso wie ein Platz in den Westerwieher Geschichtsbüchern.
Zusammenhalt und Respekt
In seiner Ansprache beschwor Detlev Hanemann den Zusammenhalt und das gemeinsame Ziel, friedlich zu feiern und einen stets respektvollen Umgang miteinander zu pflegen. „Das ist gerade in der heutigen Zeit umso wichtiger“, sagte der Brudermeister. Er freue sich, dass das Westerwieher Schützenfest seit seiner Premiere im Jahr 1950 stets für diese Werte stehe.
Dank an Jubelregenten
Vor dem eigentliche Festbeginn am Samstagabend hatten Hanemann und weitere Mitglieder des Vorstands sowie das Königspaar und eine mannstarke Abordnung des Musikvereins eine Sonderschicht eingelegt. Sie brachten den Jubelkönigspaaren in ihren jeweiligen Residenzen ein Ständchen – verbunden mit dem Dank dafür, einst die Bruderschaft würdevoll repräsentiert zu haben. Erste Station war bei Marie-Theres Borgmeier, der Königin des Jahres 1976. König Alfred Borgmeier ist bereits verstorben. Danach ging es weiter zu Franz-Josef und Rita Blomberg, den Regenten des Jahres 2001.
Im Gleichschritt marsch!
Oberst Dietmar Sasse konnte beim Marsch der Schützen durchs Dorf am Abend zufrieden feststellen, dass die Grundkommandos wie „Die Augen rechts“ noch sitzen und auch der Gleichschritt bei (fast) jedem klappt. Der Große Zapfenstreich fand im Anschluss auf dem Platz in würdevollem Rahmen statt. Es war mucksmäuschenstill während des Zeremoniells – genauso, wie es sich der Oberst von seinen Schützenbrüdern und -schwestern gewünscht hatte.
Reichlich Schmuck für die Uniform
Beförderungen: Lang ist die Liste der Beförderungen, die Oberst Dietmar Sasse am Samstagabend zum Festauftakt vornahm. Vier Schützen wurden zu Gefreiten ernannt, 14 zu Obergefreiten und ebenfalls 14 zu Stabsgefreiten. 20 Grünröcke stehen nun im Rang eines Unteroffiziers. Drei wurden zu Feldwebeln und 16 zu Oberfeldwebeln befördert. Albert Aldehoff und Hans-Jörg Kleinegesse grüßen nun offiziell als Hauptfeldwebel. Noch eine Stufe weiter oben auf der Karriereleiter stehen Laines Gerhard und Jens Külker (beide Leutnant). Zu Hauptmännern befördert wurden Meinolf Hartkamp, Thomas Hartkamp und Christoph Holtkamp. Oberstleutnant ist nun Christian Schlingschröder ebenso wie Diözesanbundesmeister Mario Kleinemeier.
Dieser Einsatz ist aller Ehren wert
Ehrungen: 20 Schützen dankte der Verein für jeweils 25-jährige Mitgliedschaft. Seit 40 Jahren sind Gerhard Beckhoff, Frank Bender, Hans-Peter Benteler, Meinolf Gerks, Heinz Hartmann, Jürgen Helfmeier, Andreas Jürgenhake, Heinz Köckerling, Hans Michael Löffler, Heiner Lütkebohle, Josef Obermeier, Dirk Pauli, Herbert Steltenkamp, Frank Sunder und Reinhard Wimmelmeier in den Reihen der Bruderschaft zu finden. Auf stolze 50 Jahre im Verein zurückblicken können Günter Remmert und Josef Votsmeier.
Schießauszeichnungen: Treffsicherheit zahlt sich aus – vor allem mit schmucken Abzeichen, Kordeln oder Eicheln. Über goldene Eicheln an der goldenen Kordel freuten sich am Samstag Lukas Beckhoff, Sophia Brink, Andreas Frenz, Marcel Funke, Michael Gentsch, Arndt Heins, Christian Holtkamp, Henning Kerkstroer, Jörg Lindhauer, Marie Mayer-Wittreck, Dennis Rehbock und Ulrich Schöning. Bronzene Plaketten sicherten sich Thomas Becker, Hermann Brüggenthies, John Engelmeier, Melanie und Uwe Steinberg. Silberne Plaketten erhielten Nico Mayer-Wittreck und Christian Steinberg, goldene André Kröger und Armin Kuschel. In die Riege der Leiterschützen reihen sich Sebastian Burmeister, Daniela Eickhoff, Dirk Moormann und Volker Peitzmeier ein.
Zum Bild:
Ein halbes Jahrhundert liegt die glanzvolle Regierungszeit von Marie-Theres Borgmeier zurück. Sie grüßte im Jahr 1976 an der Seite ihres viel zu früh verstorbenen Ehemanns Alfred als Westerwieher Königin. Kräftig hochleben ließen das amtierende Königspaar Nils Honerlage (l.) und Monja Honerlage (Mitte) sowie Brudermeister Detlev Hanemann (r.) die Goldkönigin am Samstagnachmittag, als sie ihr gemeinsam mit dem Musikverein an ihrer Residenz „Im Thüle“ ihre Aufwartung machten.




